Internationale Publikationen

Daten zu internationalen Publikationen und Ko-Publikationen der Hochschulen stellen einen wichtigen Indikator zur Messung der Internationalität der Forschung dar. Sie ergänzen forschungsrelevante Daten wie DFG-Projekte mit ausländischer Beteiligung, Förderung durch die AvH und Drittmittel der EU.

Bibliometrische Daten

Quelle: peopleimages.com

Seit den 1960er Jahren werden bibliometrische Daten, also Daten zu wissenschaftlichen Publikationen, systematisch kompiliert und für wissenschaftliche Analysen verwendet. Die digitale Revolution hat die Auswertungsmöglichkeiten vereinfacht und erweitert, und bibliometrische Daten bilden inzwischen die Grundlage für die Bewertung der Publikationsleistung von Forschenden und Institutionen, für die Analyse von Innovationspotentialen und für die internationale wissenschaftliche Zusammenarbeit. Unter anderem werden sie in der Kompilation der nationalen und internationalen Hochschulrankings sowie in Innovationsanalysen (z.B. Global Innovation Index, OECD Science and Technology Scoreboard) verwendet.


Im Gegensatz zu den anderen, im HSI-Monitor verwendeten Daten kann auf bibliometrische Daten oft nur via kostenpflichtige Abonnements von entsprechenden Datenbanken zugegriffen werden. Grund dafür ist unter anderem, dass die Daten aufbereitet und gepflegt werden müssen. Die im HSI-Monitor verwendeten Daten wurden mit Hilfe der Datenbank Dimensions (Anbieter: Digital Science) berechnet; vorausgegangene Testauswertungen ergaben hier die umfassendste Abdeckung von Publikationen besonders kleinerer deutscher Hochschulen. Im Jahr 2018 wurden für knapp drei Viertel der im Datensatz enthaltenen 434 Hochschulen Publikationen nachgewiesen. Bei den übrigen Hochschulen ohne nachgewiesene Publikationen handelt es sich in erster Linie um kleine, private Fachhochschulen, Verwaltungsfachhochschule sowie Philosophisch-Theologische Hochschulen, bei der von einem geringen Publikationsoutput ausgegangen werden kann.


Um eine korrekte Berechnung der Indikatoren zu gewährleisten, wurde im Mai 2019 im Rahmen des Projektes HSI-Monitor ein Expertenworkshop in Bonn mit Vertreter*innen verschiedener Wissenschafts- und Forschungsorganisationen durchgeführt, u.a. dem DZHW, dem Forschungszentrum Jülich, der AvH, der DFG und dem DAAD. Das im HSI-Monitor verwendete Indikatorenset wurde in diesem Expertenworkshop erarbeitet.
In der Datenbank stehen Ihnen aktuell die folgenden Indikatoren zur Verfügung, weitere Indikatoren werden im Folgenden ergänzt.

  • Gesamtzahl der Publikationen (absolute Zahl der Publikationen, Bezugsgröße für den Anteil internationale Ko-Publikationen)
  • Gesamtzahl der internationalen Ko-Publikationen (IKPs, absolute Zahl)
  • Anteil der internationalen Ko-Publikationen an der Gesamtzahl der Publikationen

Die Indikatoren können nach Fächergruppen und Partnerländern unterteilt betrachtet werden.

Stellenwert und Einschränkungen

Es ist wichtig auf einen wesentlichen Unterschied zwischen der Verwendung von bibliometrischen Daten im HSI-Monitor und in den internationalen Hochschulrankings hinzuweisen: das Ziel von Rankings ist gewöhnlich, verschiedene Daten anhand von festgelegten Gewichtungen zu einem Wert (unter Umständen einem „Rang“ der Institution) zu aggregieren. Sowohl die Aggregierung selbst wie auch die Art der Gewichtungen werden dabei stark diskutiert. Diese Art der Aggregierung findet im HSI-Monitor nicht statt.

Der Fokus im HSI-Monitor liegt weiterhin auf der Bewertung der Internationalität der Forschung, die Gesamtleistung wissenschaftlicher Publikationen ist dabei nur von nachgeordnetem Interesse. Dies bedeutet aber, dass Faktoren wie die unterschiedlichen Publikationspraktiken verschiedener Fachbereiche nicht berücksichtigt werden können. Zum Beispiel weisen die Naturwissenschaften eine höhere Publikationsitensität als die Sozial- oder die Geisteswissenschaften auf, und auch innerhalb der Fächergruppen können große Unterschiede nach Fachbereich bestehen (für weitere Einzelheiten siehe zum Beispiel AvH 2009).

Bei der Betrachtung der Forschungsaktivitäten an Hochschulen ist auch zu beachten, dass große Unterschiede bei den Rahmenbedingungen der verschiedenen Hochschultypen existieren, zum Beispiel in Bezug auf die Zeit, die für Forschungs- und Publikationstätigkeiten eingesetzt werden kann. So müssen Professor*innen an Fachhochschulen einen größeren Teil ihrer Arbeitszeit als ihre Kolleginnen an Universitäten für die Lehre aufwenden. Auch an den Kunst- und Musikhochschulen kommt der Lehre ein größerer Stellenwert zu Forschung. Desweiteren unterscheiden sich die Hochschulen und Hochschultypen in Bezug auf das zur Verfügung stehende wissenschaftliche Hilfspersonal. Größere Hochschulen und Universitäten sind z. B. bei der Anzahl der wissenschaftlichen Mitarbeiter*innen meist besser ausgestattet als kleinere Hochschulen und Fachhochschulen.

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