Drittmittel der Europäischen Union

Die Einwerbung von Drittmitteln ist für Hochschulen ein wichtiger Faktor zur Finanzierung der Forschung geworden. Mit diesem sind außerdem auch Rückschlüsse auf die internationale Ausrichtung von Hochschulen möglich.

Drittmittel zur Förderung der Forschung an deutschen Hochschulen

Quelle: iStock

Drittmittel sind Mittel, die zur Förderung von Forschung und Entwicklung sowie des wissenschaftlichen Nachwuchses und der Lehre zusätzlich zum regulären Hochschulhaushalt (Grundausstattung) von öffentlichen oder privaten Stellen eingeworben werden. Drittmittel können der Hochschule selbst, einer ihrer Einrichtungen (beispielsweise Fakultäten, Fachbereiche, Institute) oder einzelnen Wissenschaftler*innen im Hauptamt zur Verfügung gestellt werden.

Daten zu EU-Drittmittel

In der Hochschulfinanzstatistik werden grundsätzlich nur solche Mittel erfasst, die in die Hochschulhaushalte eingestellt beziehungsweise die von der Hochschule auf Verwahrkonten verwaltet werden. Zur Bestimmung des Umfangs, in dem deutsche Hochschulen internationale Drittmittel einwerben, stehen folgende Informationen zur Verfügung:

  • Daten des Statistischen Bundesamtes (Destatis) zu sämtlichen Drittmitteln der Europäischen Union (EU): Die Hochschulfinanzstatistik von Destatis unterscheidet die Drittmittel für Lehre und Forschung nach Mittelgebern, im Wesentlichen nach Drittmitteln vom öffentlichen Bereich (ohne Träger) und Drittmitteln aus anderen Quellen. Drittmittel der EU werden den Hochschulen direkt von ihren Institutionen überwiesen. Hierbei ist zu beachten, dass EU-Fördermittel, die über Dritte an die Hochschulen fließen, zum Beispiel über den Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) als Nationale Agentur für das Erasmus-Programm, von der Hochschulfinanzstatistik in anderen Kategorien verbucht werden. Die Zuweisungen des DAAD an die Hochschulen fallen beispielsweise in die Kategorie „Drittmittel von Hochschulfördergesellschaften aus dem Inland“. (Statistisches Bundesamt 2016. S. 185). Die EU-Drittmittel der Hochschulen dürften sich daher im Wesentlichen aus den Zuwendungen aus dem europäischen Forschungsrahmenprogramm Horizont 2020, dem Europäischen Sozialfonds (ESF) und dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) zusammensetzen. Eine detaillierte Aufschlüsselung der EU-Drittmittel der einzelnen Hochschulen nach Förderprogrammen der Europäischen Union ist derzeit nicht verfügbar.
  • Fördermittel aus dem EU-Rahmenprogramm Horizont 2020.

Horizont 2020

Einen besonders wichtigen Teil der EU-Drittmittel stellen die Fördermittel aus Horizont 2020 dar. Das Programm gliedert sich in drei Schwerpunkte und vier zusätzliche Teilbereiche. Dabei führt das neue EU-Rahmenprogramm für Forschung und Innovation viele bewährte Programmbereiche aus dem siebten EU-Forschungsrahmenprogramm fort. Außerdem wurden auch Teile aus dem Rahmenprogramm für Wettbewerbsfähigkeit und Innovation und dem Europäischen Institut für Innovation und Technologie übernommen.

Im HSI-Monitor sind die mehr 40 Programmlinien in Anlehnung an eine Systematik des DLR-Projektträgers für Horizont 2020 (EU-Büro des BMBF) folgendermaßen zusammengefasst worden:

  • ERC Grants
  • Marie-Sklodowska-Curie Actions (MSCA)
  • Verbundforschung
  • Euratom
  • sonstige Förderlinien

Fast die Hälfte der Mittel aus Horizont 2020 werden in Form der besonders prestigeträchtigen Stipendien des European Research Council (ERC Grants) an die deutschen Hochschulen vergeben. Der Europäische Forschungsrat – European Research Council (ERC) – der diese Mittel verwaltet, ist eine von der Europäischen Kommission eingerichtete Institution zur Finanzierung von grundlagenorientierter Forschung. Die ERC Grants werden von einzelnen Wissenschaftler*innen beantragt und erfordern, im Unterschiede zu den meisten Programmen der Europäischen Union, nicht zwingend eine Kooperation mit Partnern aus anderen Ländern oder einen Auslandsaufenthalt. Begründet wird die Vergabe der ERC Grants durch eine europäische Institution vor allem mit der Schaffung eines europäischen Wettbewerbs, der die Förderung wissenschaftlicher Exzellenz auch jenseits nationaler Grenzen ermöglichen soll.

Weiterführende Links

nach oben

Projektpartner:

Gefördert durch: